Wissen · Gründungsfinanzierung
KfW-Gründerkredit, StartGeld, Bürgschaft, Eigenkapital und Zuschüsse. Hier finden Sie kurze, geprüfte Antworten und den Weg zur passenden Finanzierung Ihrer Gründung.
Geprüft von Pavel Deuble
Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater
Auf dieser Seite
Gründungsfinanzierung ist die Deckung des Kapitalbedarfs einer Existenzgründung: über Eigenkapital, Förderkredite, Bürgschaften, Beteiligungen und Zuschüsse. Ziel ist es, Investitionen und Anlaufkosten zu finanzieren, bis das Unternehmen sich selbst trägt.
Meist ist es ein Mix mehrerer Bausteine. Welche Kombination passt, hängt von Vorhaben, Branche, Kapitalbedarf und Ihrer Ausgangslage ab.
Die wichtigsten Bausteine sind: Eigenkapital, der KfW-Gründerkredit (StartGeld 067 und ERP-Förderkredit 077), Programme der Landesförderbanken, Bürgschaften der Bürgschaftsbank, Beteiligungskapital und nicht rückzahlbare Zuschüsse wie der Gründungszuschuss.
Kredite müssen zurückgezahlt werden, Zuschüsse nicht. In der Praxis kombiniert man sie: etwa Gründungszuschuss für den Lebensunterhalt plus KfW-StartGeld für die Investitionen.
Der KfW-Gründerkredit ist ein zinsgünstiges Förderdarlehen der staatlichen KfW für Gründungen und junge Unternehmen. Die beiden Hauptprogramme sind das ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) und der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077).
Beantragt wird der Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank (Hausbankprinzip).
Das ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) ist das Einsteigerprogramm der KfW: bis zu 200.000 € Kredit (davon bis 80.000 € Betriebsmittel), mit 80 % Haftungsfreistellung für die Hausbank und ohne zwingendes Eigenkapital.
Es richtet sich an Gründer sowie kleine Unternehmen und Freiberufler, die seit weniger als fünf Jahren am Markt sind, auch im Nebenerwerb.
Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) ist das größere KfW-Programm für Gründungen, Übernahmen und Festigungen mit höherem Kapitalbedarf, der über das StartGeld hinausgeht.
Er eignet sich, wenn Sie mehr als 200.000 € benötigen oder eine Unternehmensnachfolge finanzieren.
Ja, das ist möglich, vor allem über das KfW-StartGeld, das kein Eigenkapital zwingend voraussetzt, und über Bürgschaften, wenn Sicherheiten fehlen. Etwas Eigenkapital verbessert aber Konditionen und Zusagewahrscheinlichkeit deutlich.
Mehr dazu auf unserer Detailseite „Gründen ohne Eigenkapital“.
Förderkredite wie die der KfW beantragen Sie nicht direkt bei der Förderbank, sondern über Ihre Hausbank: Sie prüft Ihr Vorhaben, gibt es weiter und vergibt den Kredit. Die Hausbank ist also Ihr erster Ansprechpartner.
Hinweis: Wir sind Gründungsberater – wir bereiten Ihren Antrag bankfähig vor und begleiten Sie ins Bankgespräch, sind aber selbst keine Bank und kein Kreditgeber.
Dann hilft die Bürgschaftsbank Ihres Bundeslandes: Sie übernimmt mit einer Ausfallbürgschaft bis zu 80 % des Kreditrisikos, sodass die Hausbank trotz fehlender Sicherheiten finanzieren kann.
Ohne Hausbank ist über das Programm „Bürgschaft ohne Bank“ (BoB) eine Bürgschaft bis 200.000 € auch direkt möglich.
Addieren Sie alle Investitionen (z. B. Ausstattung, Waren) plus die laufenden Kosten und Ihren privaten Lebensunterhalt für die Anlaufphase, bis das Unternehmen sich trägt, plus einen Liquiditätspuffer für Unvorhergesehenes.
Der Plan für Kapitalbedarf und Liquidität ist Teil Ihres Finanzplans und entscheidet, wie hoch Ihre Finanzierung ausfallen muss.
Ein Kredit (z. B. KfW-StartGeld) muss mit Zinsen zurückgezahlt werden, ein Zuschuss (z. B. Gründungszuschuss) nicht. Beide lassen sich kombinieren: der Zuschuss sichert oft den Lebensunterhalt, der Kredit die Investitionen.
Die wichtigsten nicht rückzahlbaren Zuschüsse sind der Gründungszuschuss (§ 93 SGB III, für ALG-I-Bezieher), das Einstiegsgeld (§ 16b SGB II, für Bürgergeld), die BAFA-Beratungsförderung und – für innovative Start-ups – der INVEST-Zuschuss.
Welche Zuschüsse Ihnen offenstehen, hängt von Ihrer Ausgangslage ab. Unser Förder-Check gibt eine schnelle Orientierung.
Beteiligungskapital ist echtes Eigenkapital von außen: Business Angels, Venture-Capital-Fonds oder öffentliche Beteiligungsgesellschaften (MBG) investieren gegen Anteile an Ihrem Unternehmen. Es passt für wachstumsstarke, kapitalintensive oder innovative Gründungen, die sich nicht allein über Kredite finanzieren lassen.
Für innovative Start-ups bezuschusst der INVEST-Zuschuss private Investments zusätzlich und macht eine Beteiligung für Investoren attraktiver.
Ein Mikrokredit ist ein kleines Darlehen für geringen Kapitalbedarf, sinnvoll für Kleinst- und Nebenerwerbsgründungen, denen ein klassischer Bankkredit zu groß oder mangels Sicherheiten verschlossen ist. In NRW gibt es dafür das NRW.Mikrodarlehen (bis 50.000 €, ohne Sicherheiten, über die STARTERCENTER NRW).
Crowdfunding kann eine Idee zusätzlich finanzieren und zugleich den Markt testen, bevor Sie größere Mittel binden.
Zusätzlich zur bundesweiten KfW fördert jedes Bundesland über seine Landesförderbank: in NRW die NRW.BANK, in Bayern die LfA, in Baden-Württemberg die L-Bank, in Berlin die IBB. Dazu kommt je Bundesland eine eigene Bürgschaftsbank.
Welche regionale Förderung für Ihren Standort die beste ist, prüfen wir gemeinsam im Erstgespräch.
Mit einem bankfähigen Businessplan samt belastbarem Finanzplan und Liquiditätsplan, klaren Zahlen und Antworten auf die typischen Bankfragen (Kapitaldienstfähigkeit, Sicherheiten, Plan B). Souveränität entsteht durch Vorbereitung.
Viele Anträge scheitern nicht an der Idee, sondern an unvollständigen oder unrealistischen Unterlagen.
Die Zinsen von Förderkrediten sind günstiger als bei klassischen Bankdarlehen und hängen von Programm, Laufzeit, Ihrer Bonität und der Sicherheitenlage ab (risikogerechtes Zinssystem). Konkrete Konditionen nennt die KfW tagesaktuell.
Da sich die Konditionen laufend ändern, prüfen Sie den aktuellen Stand immer direkt bei der KfW bzw. Ihrer Hausbank.
Eine Ablehnung ist kein Endpunkt: Oft lassen sich Unterlagen nachbessern, eine Bürgschaft ergänzen, ein anderes Programm oder eine andere Hausbank wählen. Entscheidend ist, den Ablehnungsgrund genau zu verstehen.
Wir analysieren mit Ihnen den Grund und bereiten einen tragfähigen zweiten Anlauf vor.
Welches Programm passt? Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick. Kombinieren lassen sie sich in der Praxis oft.
| Kriterium | KfW StartGeld (067) | ERP-Förderkredit (077) | Landesförderbank | Bankkredit |
|---|---|---|---|---|
| Zielgruppe | Gründer & junge Unternehmen (< 5 J.) | Größerer Bedarf, Nachfolge | Regional, je Bundesland | Alle |
| Max. Betrag | bis 200.000 € | deutlich höher | programmabhängig | individuell |
| Eigenkapital | nicht zwingend | von Vorteil | programmabhängig | meist gefordert |
| Sicherheiten | 80 % Haftungsfreistellung | tlw. Haftungsfreistellung | oft mit Bürgschaft | banküblich nötig |
| Antrag | über Hausbank | über Hausbank | über Hausbank | direkt bei der Bank |
| Zins | förderbedingt günstig | förderbedingt günstig | förderbedingt günstig | marktüblich (höher) |
Tipp: Rechnen Sie Ihren Bedarf mit dem Kapitalbedarfsrechner und die spätere Belastung mit dem KfW-Tilgungsrechner.
Vorhaben: Gründung aus der Arbeitslosigkeit, 60.000 € Kapitalbedarf (Ausstattung und Anlaufphase).
KfW-StartGeld 40.000 €
Eigenmittel 20.000 €
40.000 € KfW-StartGeld (067) für Investition und Betriebsmittel, dazu 20.000 € Eigenmittel. Parallel sichert der Gründungszuschuss den Lebensunterhalt in den ersten Monaten. Fehlen Sicherheiten, ergänzt eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank.
Illustratives Beispiel. Ihr konkreter Mix hängt von Vorhaben, Bonität und Ausgangslage ab.
Die KfW verlangt für die meisten Programme (zum Beispiel das StartGeld 067 oder den ERP-Förderkredit KMU) kein Mindest-Eigenkapital; formal sind bis zu 100 % der Kosten finanzierbar. Weil der Kredit aber über Ihre Hausbank läuft und diese das Risiko mitträgt, erwartet die Bank in der Praxis meist 10–20 % Eigenmittel, bevor sie zusagt. Eigenkapital verbessert Bonität, Konditionen und die Wahrscheinlichkeit einer Zusage.
Ausnahme bei Übernahme und Nachfolge: Hier ist die Eigenkapitalquote oft weniger entscheidend, weil das laufende Geschäft mit Cashflow und Substanz als Sicherheit dient. Wir bereiten Ihren Antrag so vor, dass die Hausbank mitzieht.
Die maßgeblichen Primärquellen zum Nachlesen: Merkblätter und Programmseiten der zuständigen Förderstellen sowie die einschlägigen Gesetzestexte.
Externe Links zu offiziellen Stellen, geprüft am 19.06.2026. Inhalte und Konditionen können sich ändern; maßgeblich ist stets die Quelle selbst.
Über den Autor
Pavel Deuble
Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater · Inhaber von Unternehmenswerk
Pavel ist seit 2018 in der Förder- und Gründungsberatung tätig und hat über 500 bewilligte Gründungszuschuss-Anträge begleitet. AZAV-Träger, BAFA-registriert (ID 191790) und Fachautor im Gründermagazin StartingUp.
Programme, Höhe, Antrag und Konditionen im Detail.
Bis 200.000 €, das Einsteigerprogramm der KfW.
Welche Wege es ohne Erspartes gibt, ehrlich eingeordnet.
Wir bereiten Ihren Förderkredit bankfähig vor.
Der steuerfreie Zuschuss für ALG-I-Bezieher.
2-Minuten-Check: Welche Förderung steht mir zu?
Kapitalbedarf und Fremdkapitalbedarf in Minuten berechnen.
Monatsrate und Zinskosten Ihres Kredits berechnen.
Nein. Wir sind Berater für Gründung und Finanzierung. Wir entwickeln Ihr Finanzierungskonzept, bereiten die Unterlagen bankfähig vor und begleiten Sie. Die Kreditvergabe erfolgt über Ihre Hausbank und die Förderbanken.
Ja, das ist sogar üblich. Häufig werden Gründungszuschuss, KfW-Kredit und – bei fehlenden Sicherheiten – eine Bürgschaft kombiniert. Wir stellen den passenden Mix für Ihr Vorhaben zusammen.
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Kapitalbedarf, passende Programme und den Weg zur Bank, und bereiten Ihren Antrag bankfähig vor.