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Wissen · Finanzierung

Finanzplan erstellen: Aufbau, Bestandteile & Beispiel

Ein Finanzplan ist der Zahlenteil des Businessplans. Hier lesen Sie verständlich, aus welchen Teilplänen er besteht und wie Sie Kapitalbedarf, Liquidität und Rentabilität mit Rechenbeispielen aufstellen.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Geprüft von Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater

Was ist ein Finanzplan?

Ein Finanzplan ist der Zahlenteil des Businessplans. Er übersetzt Ihr Vorhaben in Euro und zeigt, wie viel Kapital Sie brauchen, woher es kommt und ob sich das Geschäft trägt. Er besteht aus mehreren Teilplänen, die ineinandergreifen: Kapitalbedarf, Investitions-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplan.

Banken, die KfW und die Agentur für Arbeit lesen vor allem den Finanzplan. Er entscheidet, ob ein Vorhaben als tragfähig und finanzierbar gilt.

Aus welchen Teilen besteht ein Finanzplan?

Ein vollständiger Finanzplan umfasst fünf Teilpläne: Kapitalbedarfsplan, Investitionsplan, Finanzierungsplan, Liquiditätsplan und Rentabilitätsvorschau (Umsatz- und Rentabilitätsplanung). Ergänzend gehört der kalkulatorische Unternehmerlohn hinein.

Die Teilpläne bauen aufeinander auf: Aus Investitions- und Kapitalbedarf ergibt sich die Finanzierung; aus Umsatz- und Kostenplanung die Rentabilität; beides zusammen die Liquidität.

Wie berechne ich den Kapitalbedarf?

Der Kapitalbedarf ist die Summe aller Mittel, die Sie bis zum Erreichen der Gewinnschwelle benötigen: Investitionen plus Betriebsmittel plus eine Liquiditätsreserve plus Ihre privaten Lebenshaltungskosten in der Anlaufphase.

Rechenbeispiel: Investitionen 25.000 € + Betriebsmittel (Waren, Miete, Marketing für 6 Monate) 18.000 € + private Lebenshaltung 6 × 2.500 € = 15.000 € + Reserve 7.000 € ergibt rund 65.000 € Kapitalbedarf.

Den Kapitalbedarf können Sie mit unserem Kapitalbedarfsrechner schnell selbst überschlagen.

Was gehört in den Investitionsplan?

Der Investitionsplan listet alle einmaligen Anschaffungen zum Start: Maschinen, Geräte, Fahrzeuge, Erstausstattung, Umbau, Kaution sowie Gründungs- und Beratungskosten. Er ist die Basis für den Kapitalbedarf.

Trennen Sie zwingend notwendige Investitionen von „nice to have“. Eine schlanke Erstausstattung senkt den Kapitalbedarf und damit das Finanzierungsrisiko.

Wozu dient der Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan stellt Monat für Monat alle Einzahlungen den Auszahlungen gegenüber. Er zeigt, ob Ihr Konto jederzeit gedeckt ist. Eine Gründung scheitert selten am fehlenden Gewinn, sondern an fehlender Liquidität.

Planen Sie mindestens die ersten 12 bis 36 Monate. Achten Sie auf Zahlungsziele: Umsatz ist noch kein Geld auf dem Konto, wenn Kunden erst in 30 Tagen zahlen.

Was ist die Rentabilitätsvorschau?

Die Rentabilitätsvorschau (Rentabilitätsplan) zeigt, ob Ihr Geschäft Gewinn abwirft: geplanter Umsatz minus Kosten ergibt das Betriebsergebnis. Üblich ist eine Planung über drei Jahre.

Rechenbeispiel: Jahresumsatz 120.000 € − Wareneinsatz 36.000 € − laufende Kosten (Miete, Versicherung, Marketing) 30.000 € − kalkulatorischer Unternehmerlohn 42.000 € ergibt rund 12.000 € Gewinn vor Steuern.

Was ist der kalkulatorische Unternehmerlohn?

Der kalkulatorische Unternehmerlohn ist der Betrag, den Sie für Ihren eigenen Lebensunterhalt aus dem Unternehmen entnehmen müssen. Er gehört in jede seriöse Rentabilitätsplanung, weil Ihre Arbeitszeit nicht kostenlos ist.

Rechenbeispiel: Private Lebenshaltung 2.500 € + Kranken- und Vorsorgeaufwand 700 € ergibt rund 3.200 € pro Monat, also etwa 38.400 € im Jahr, die das Geschäft zusätzlich erwirtschaften muss.

Welche Fehler sind im Finanzplan am häufigsten?

Die drei häufigsten: zu optimistische Umsätze, vergessene Kostenpositionen (Steuern, Vorsorge, kalkulatorischer Unternehmerlohn) und ein fehlender Liquiditätspuffer. Ein realistischer, konservativer Plan überzeugt Bank und KfW deutlich mehr.

Rechnen Sie Umsätze eher vorsichtig und Kosten eher großzügig. Wer im ersten Jahr unter Plan bleibt, gerät sonst schnell in eine Liquiditätslücke.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Über den Autor

Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater · Inhaber von Unternehmenswerk

Pavel ist seit 2018 in der Förder- und Gründungsberatung tätig und hat über 500 bewilligte Gründungszuschuss-Anträge begleitet. AZAV-Träger, BAFA-registriert (ID 191790) und Fachautor im Gründermagazin StartingUp.

Weitere häufige Fragen zum Finanzplan

Über wie viele Jahre plant man einen Finanzplan?

Üblich ist eine Planung über drei Jahre: das erste Jahr monatlich, die Folgejahre quartals- oder jahresweise. Für die KfW und viele Banken sind drei Planjahre Standard.

Nein. Ein Finanzplan lässt sich gut in Excel oder mit einer Vorlage erstellen. Wichtiger als das Werkzeug sind nachvollziehbare, realistische Annahmen und saubere Verknüpfungen zwischen den Teilplänen.

Wir erstellen Ihren Finanzplan gemeinsam mit Ihnen und machen ihn bankfähig. In einem geförderten Coaching (AVGS) oder einer BAFA-geförderten Beratung ist das in der Regel förderfähig.

Finanzplan bankfähig aufstellen

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf Ihr Vorhaben und erstellen mit Ihnen einen Finanzplan, der Bank, KfW und Agentur für Arbeit überzeugt.

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