Zum Hauptinhalt springen

Unternehmenswerk

Wissen · Finanzierung

Beteiligungskapital: Formen, Kapitalgeber & Ablauf

Beteiligungskapital ist Kapital gegen Unternehmensbeteiligung oder als stille Einlage, es zählt zum Eigenkapital. Hier lesen Sie, welche Formen es gibt, wer es vergibt und welche Vorteile und Kosten damit verbunden sind.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Geprüft von Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater

Was ist Beteiligungskapital?

Beteiligungskapital ist Kapital, das ein externer Geldgeber gegen eine Unternehmensbeteiligung oder als stille Einlage zur Verfügung stellt. Es zählt zum Eigenkapital und stärkt damit Ihre Eigenkapitalquote, anders als ein Kredit, der Fremdkapital ist.

Eine bessere Eigenkapitalquote verbessert Bonität und Verhandlungsposition. Beteiligungskapital wird deshalb oft kombiniert: Es hebelt zusätzliche Bankkredite und Förderdarlehen.

Welche Formen von Beteiligungskapital gibt es?

Drei Grundformen: die offene Beteiligung (der Geber erhält Anteile und Mitspracherechte), die stille Beteiligung (Kapital ohne Stimmrecht, gegen feste oder gewinnabhängige Vergütung) und Mezzanine-Kapital als Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist die stille Beteiligung häufig: Sie stärkt das Eigenkapital, ohne dass Sie Anteile oder Kontrolle abgeben.

Wer gibt Beteiligungskapital?

Je nach Phase und Vorhaben: mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG) der Bundesländer für stille Beteiligungen an KMU, Business Angels für die Frühphase (Kapital plus Know-how), Venture-Capital-Gesellschaften für skalierbare Wachstumsmodelle sowie der Mikromezzaninfonds für kleine Vorhaben.

Der Mikromezzaninfonds Deutschland vergibt stille Beteiligungen bis 50.000 €, für bestimmte Zielgruppen bis 150.000 €, gerade auch für kleine Gründungen.

Welche Vorteile hat Beteiligungskapital?

Es stärkt das Eigenkapital, ohne laufenden Tilgungsdruck wie bei einem Kredit. Bei einer echten Beteiligung tragen die Geber das unternehmerische Risiko mit; häufig bringen sie zusätzlich Branchen-Know-how, Netzwerk und Erfahrung ein.

Mehr Eigenkapital erleichtert anschließend die Aufnahme von Bank- oder Förderkrediten, weil das Vorhaben solider finanziert ist.

Was kostet Beteiligungskapital und welche Nachteile gibt es?

Beteiligungskapital ist nicht kostenlos: Bei der offenen Beteiligung geben Sie Anteile und Mitspracherechte ab, bei der stillen Beteiligung zahlen Sie eine feste und oft zusätzlich eine gewinnabhängige Vergütung. Die Renditeerwartung der Geber liegt meist über einem Kreditzins.

Wägen Sie ab: Anteilsabgabe und Vergütung stehen dem Gewinn aus zusätzlichem Eigenkapital und fehlendem Tilgungsdruck gegenüber. Welche Variante passt, hängt von Ihrem Vorhaben ab.

Für wen ist Beteiligungskapital geeignet?

Vor allem für wachstums- oder kapitalintensive Vorhaben, innovative Gründungen und KMU, die ihre Eigenkapitalbasis stärken wollen. Für sehr kleine Dienstleistungsgründungen ohne hohen Kapitalbedarf ist es meist nicht der erste Weg.

Wenn Ihnen schlicht Sicherheiten für einen Kredit fehlen, ist oft eine Bürgschaft der einfachere Weg als eine Beteiligung.

Wie kommt man an Beteiligungskapital?

In der Regel über einen überzeugenden Businessplan mit Finanzplan, eine passende Auswahl des Kapitalgebers, eine Bewertung des Vorhabens und schließlich den Beteiligungsvertrag. Bei stillen Beteiligungen der MBG genügt häufig ein solider Businessplan.

Entscheidend ist eine belastbare Planung: Kapitalgeber prüfen Markt, Team und Zahlen genauso kritisch wie eine Bank, oft sogar genauer.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Über den Autor

Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater · Inhaber von Unternehmenswerk

Pavel ist seit 2018 in der Förder- und Gründungsberatung tätig und hat über 500 bewilligte Gründungszuschuss-Anträge begleitet. AZAV-Träger, BAFA-registriert (ID 191790) und Fachautor im Gründermagazin StartingUp.

Weitere häufige Fragen zu Beteiligungskapital

Was ist der Unterschied zwischen Beteiligungskapital und einem Kredit?

Ein Kredit ist Fremdkapital: Sie zahlen ihn mit Zinsen zurück. Beteiligungskapital ist Eigenkapital: Der Geber wird beteiligt oder hält eine stille Einlage, trägt Risiko mit und wird über Vergütung oder Wertsteigerung entlohnt, nicht über feste Tilgung.

Bei der stillen Beteiligung stellt ein Geber Kapital bereit, ohne nach außen aufzutreten oder Stimmrechte zu erhalten. Sie zählt zum wirtschaftlichen Eigenkapital und ist bei mittelständischen Beteiligungsgesellschaften die häufigste Form.

Ja. Mehr Eigenkapital verbessert die Eigenkapitalquote und damit Bonität und Verhandlungsposition. Beteiligungskapital und Bankkredit ergänzen sich daher oft im Finanzierungsmix.

Den passenden Finanzierungsmix finden

Beteiligung, Förderkredit, Bürgschaft oder eine Kombination? Im kostenlosen Erstgespräch entwickeln wir den Finanzierungsmix, der zu Ihrem Vorhaben passt.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner