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Unternehmenswerk

Was gehört in einen Businessplan?

Ein vollständiger Businessplan besteht aus acht Pflicht-Kapiteln. Hier steht, was in jedes gehört, wie lang er sein sollte und worauf Bank und Agentur für Arbeit besonders achten.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Geprüft von Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater

In einen Businessplan gehören acht Pflicht-Kapitel – Executive Summary, Geschäftsidee & Vision, Gründerprofil, Markt & Wettbewerb, Marketing & Vertrieb, Organisation & Personal, Finanzplan und SWOT-Analyse & Risiken – ergänzt um Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang. Pflicht ist nicht die Länge, sondern dass jedes Kapitel schlüssig und für Prüfer nachvollziehbar ist.

Format & Umfang auf einen Blick

Ein Businessplan gliedert sich formal in fünf Teile. Der reine Textteil umfasst meist 15–30 Seiten; mit Finanzteil und Anhang sind 25–50 Seiten üblich, abhängig von Komplexität und Branche.

1. Deckblatt

Vorhaben, Name, Kontakt

2. Inhaltsverzeichnis

mit Seitenzahlen

3. Textteil

die 8 Kapitel

4. Zahlenteil

Finanzplan

5. Anhang

Belege & Nachweise

Die 8 Pflicht-Kapitel im Detail

1

Executive Summary

Die Zusammenfassung auf ein bis zwei Seiten, und zugleich das wichtigste Kapitel überhaupt. Sie entsteht zuletzt, steht aber vorne und entscheidet, ob weitergelesen wird. Bringen Sie Geschäftsidee, Markt, Alleinstellung, Kapitalbedarf und die zentralen Finanzkennzahlen auf den Punkt. Sie muss für sich allein verständlich sein, denn viele Prüfer lesen zuerst nur diese Seite.

Worauf Prüfer achten: Klarheit und Überzeugungskraft auf engem Raum. Häufigster Fehler: zu lang, zu vage oder mit Floskeln statt Zahlen.

2

Geschäftsidee & Vision

Was bieten Sie an, welches Problem lösen Sie und für wen? Beschreiben Sie Ihr Angebot konkret und greifbar, inklusive Ihres Kundennutzens und Ihrer Alleinstellung. Ergänzen Sie, wohin sich das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln soll.

Worauf Prüfer achten: Verständlichkeit auch für Fachfremde. Wer die Idee nicht in zwei Sätzen erklären kann, verliert hier. Vermeiden Sie Buzzwords ohne Substanz.

3

Gründerprofil

Warum sind gerade Sie die richtige Person für dieses Vorhaben? Fachliche Qualifikation, Berufserfahrung, kaufmännische Kenntnisse und persönliche Eignung gehören hierher. Gerade Banken und die Agentur für Arbeit bewerten die Tragfähigkeit eines Vorhabens stark über die Person der Gründerin oder des Gründers.

Worauf Prüfer achten: Passt das Profil zur Idee? Lücken (z. B. fehlendes kaufmännisches Wissen) wirken seriöser, wenn Sie ehrlich benennen, wie Sie sie schließen, etwa durch ein gefördertes Gründercoaching.

4

Markt & Wettbewerb

Marktgröße, Zielgruppe, Trends und Mitbewerber. Zeigen Sie mit belegten Zahlen (z. B. von IHK, Statistischem Bundesamt oder Branchenverbänden), dass Sie Ihren Markt kennen, und grenzen Sie sich klar vom Wettbewerb ab.

Worauf Prüfer achten: Eine ehrliche Wettbewerbsanalyse überzeugt mehr als die Behauptung, es gebe keine Konkurrenz. „Kein Wettbewerb“ gilt als Warnsignal für mangelnde Marktkenntnis.

5

Marketing & Vertrieb

Wie erreichen Sie Ihre Kundschaft und wie verkaufen Sie? Positionierung, Preisstrategie, Vertriebskanäle und konkrete Maßnahmen, plausibel hergeleitet aus Ihrer Zielgruppe. Skizzieren Sie idealerweise, wie Sie in den ersten sechs Monaten die ersten Kunden gewinnen.

Worauf Prüfer achten: Plausibilität der Kundengewinnung. Die schönste Idee scheitert, wenn unklar bleibt, woher die Kunden kommen sollen.

6

Organisation & Personal

Rechtsform und ihre Begründung, Standort, betriebliche Abläufe und – falls relevant – Personalplanung. Hier zeigt sich, ob das Vorhaben organisatorisch durchdacht ist und ob Sie an Genehmigungen, Versicherungen und Verträge gedacht haben.

Worauf Prüfer achten: Ist die Rechtsform passend zur Situation bei Haftung und Steuern begründet? Sind Personalkosten realistisch eingeplant?

7

Finanzplan

Das Herzstück. Er umfasst Kapitalbedarf, die Planung von Umsatz und Kosten, Rentabilitätsvorschau (meist drei Jahre) und Liquiditätsplan. Realistische, nachvollziehbare Zahlen entscheiden über Förderung und Kredit, nicht der Optimismus. Planen Sie auch Ihre private Lebenshaltung in der Anlaufphase ein.

Worauf Prüfer achten: Herleitbarkeit der Umsätze und ein durchgängig positiver Liquiditätsverlauf. Tipp: Kapitalbedarf vorab mit dem Kapitalbedarfsrechner ermitteln. Kapitalbedarfsrechner und der Finanzplan-Vorlage.

8

SWOT-Analyse & Risiken

Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, und vor allem, wie Sie mit den Risiken umgehen. Benennen Sie zwei bis drei zentrale Risiken und je eine konkrete Gegenmaßnahme.

Worauf Prüfer achten: Risikobewusstsein. Wer Risiken offen benennt und Gegenmaßnahmen zeigt, wirkt deutlich seriöser als jemand, der sie verschweigt.

Optionale Kapitel

  • Anhang: Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Verträge, Genehmigungen, Marktstudien: alles, was Aussagen im Hauptteil belegt.
  • Glossar: bei fachlichen oder erklärungsbedürftigen Themen, damit auch fachfremde Prüfer folgen können.
  • Meilensteinplan: die wichtigsten Schritte der ersten 12–24 Monate mit Zeitachse.

In welcher Reihenfolge schreibt man die Kapitel?

Inhaltlich beginnen Sie mit GeschäftsideeMarkt und Finanzplan, dem analytischen Fundament. Marketing, Organisation und Risiken bauen darauf auf. Die Executive Summary schreiben Sie zuletzt, weil sie alle Kapitel verdichtet, steht im Dokument aber an erster Stelle. Die ausführliche Anleitung dazu finden Sie unter Businessplan schreiben.

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Häufige Fragen

Welche Kapitel sind im Businessplan Pflicht?

Die acht Kapitel Executive Summary, Geschäftsidee & Vision, Gründerprofil, Markt & Wettbewerb, Marketing & Vertrieb, Organisation & Personal, Finanzplan sowie SWOT-Analyse & Risiken bilden den Standard, den Banken, KfW und die Agentur für Arbeit erwarten. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang kommen formal hinzu.

Der Textteil umfasst meist 15–30 Seiten, mit Finanzteil und Anhang 25–50 Seiten. Entscheidend ist die Schlüssigkeit jedes Kapitels, nicht die Seitenzahl.

Die Executive Summary entscheidet, ob überhaupt weitergelesen wird, und der Finanzplan entscheidet über Förderung und Kredit. Beide verdienen die meiste Sorgfalt.

Inhaltlich beginnt man mit Geschäftsidee, Markt und Finanzplan. Die Executive Summary steht im Dokument vorne, wird aber zuletzt geschrieben, weil sie alle Kapitel zusammenfasst.

Beim Gründungszuschuss prüft eine fachkundige Stelle (z. B. IHK, Steuerberater oder ein akkreditierter Gründungsberater) die Tragfähigkeit. Bei Krediten prüft die Hausbank bzw. die KfW, vor allem den Finanzplan.

Pavel Deuble, Gründungsberater und Fachautor

Über den Autor

Pavel Deuble

Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater · Inhaber von Unternehmenswerk

Pavel ist seit 2018 in der Förder- und Gründungsberatung tätig und hat über 500 bewilligte Gründungszuschuss-Anträge begleitet. AZAV-Träger, BAFA-registriert (ID 191790) und Fachautor im Gründermagazin StartingUp.

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